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Rückseite des Veranstaltungfaltblatts
Bericht von Johannes Kathol, 05.08.09
Am 2. August 2009 fand der 1. Bayerische Barfußwandertag, initiiert von Health Care Bayern e.V., auf dem Mittenwalder Kranzberg statt. Ulrich, mein Sohn Berno und ich nahmen die Einladung von Claudia Küng, dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied des Münchener Vereins, gerne an, um an diesem unterstützenswerten Vorhaben teilzunehmen und die Organisatoren des Barfußwandertages zu treffen. Auch konnten wir einige Aktive des Hobby? Barfuß! – Forums wiedersehen und neu kennenlernen. Ulrich und ich waren auf der gesamten Reise selbstverständlich barfuß. Ein von Ulrich erdachtes Besichtigungsprogramm begann am Freitagnachmittag südwestlich von Nürnberg in Wolframs-Eschenbach und führte uns nach Merkendorf, Oettingen, Nördlingen und Heidenheim an der Brenz in Ostwürttemberg, wo wir in der Jugendherberge übernachteten.
Während des Abendspaziergangs konnten wir nicht nur erfahren, dass sich die Heidenheimer und ihre Gäste traditionell vor 22 Uhr mit lokaltypischem Essen versorgen, wollen sie nicht auf das spärliche Angebot fremdländischer Küche zurückgreifen. Darüber hinaus lernten wir, dass die Bewohner dem Automobil einen außerordentlich hohen Stellenwert zuschreiben. Nicht anders ist es zu erklären, dass dort gerade junge Männer der Tuningbranche einen steten Zulauf bescheren, sie mit ihren verzierten Karossen Freitagsabends die Stadt auf den neuwertigen Straßen unsicher machen und die reiche. unansehnliche Stadt Heidenheim nahezu flächen-deckend zuasphaltiert ist.
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Foto: Wikipedia
Tags drauf ließen wir uns vom Blick, den das Schloss Hellenstein auf Heidenheim bietet (s.o.), verzaubern und wollten die in den Wikibooks angepriesene Barfußwanderung im Eselsburger Tal bei Herbrechtingen, "eines der landschaftlich großartigsten Flußtäler auf der sonst eher wasserarmen Ostalb" (herbrechtingen.de) genießen. Die Wanderstrecke ist jedoch schon zu Beginn ab dem Parkplatz aufgrund der ordentlich geschotterten Straße auch für geübte Füße ungenießbar. Kurze Zeit später findet der Barfußwanderer die vorgezeichnete Wegführung direkt hinter der Brücke an der Mühle auf der der DAV-Hütte ("Bewirtschaftete Hütte" auf der Karte) gegenüberliegenden Brenz-Seite von den genervten Besitzern der Mühle hermetisch und unter wilden Drohungen verschlossen. Die Wanderung brachen wir an dieser Stelle ab und gingen auf weichem Untergrund über die inmitten der Brenzschleife gelegenen, sehenswerten Anhöhen östlich um den "Stürzel" herum und zum Parkplatz zurück.
Anschließend gönnte ich mir ein Bad in der sehr frischen Brenz und wir besuchten nahebei die ehem. Burg Falkenstein am westlichen Flussufer, von der man eine wunderbare Aussicht in's Tal genießen kann. Wir sahen uns die touristisch hochinteressanten Städte Memmingen in Schwaben und Kempten im Allgäu an, bis wir am Vorabend des Barfußwandertags in Mittenwald ankamen und nahebei Quartier bezogen. Auch in der Region um Mittenwald darf der Reisende das Abendessen nicht allzulang herauszögern - die Küchen der Gegend sind ab 21 Uhr kalt.

2. August 2009: Sigrid und Eduard Soeffker (am oberen Bildrand) begrüßen die Barfußwandergruppe
Am Sonntag, dem Tag des 1. Bayerischen Barfußwandertags, leiteten Sigrid und Eduard Soeffker eine große Gruppe barfüßiger Männer, Frauen und Kinder ab 10:30 Uhr von der Talstation der Kranzbergbahn Mittenwald auf abwechslungsreichen Wegen zur Bergstation, wo im und um den nahegelegenen Berggasthof St. Anton ein buntes Veranstaltungsprogramm vorbereitet war, an dem auch bayerische Politprominenz barfüßig teilnahm. Die eigens für diesen Tag geplante Route führte auf leichtgeschotterten, öffentlichen Wegen und auf Anstiegen über die saftigen Wiesen des Alpenvorlands, die generell für Überquerungen im Sommerhalbjahr gesperrt und zudem bäuerlicher Privatgrund sind. Deren Begehung musste vom Ehepaar Soeffker und der Gemeinde Mittenwald daher akribisch vorgeplant werden.