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Bericht von Johannes Kathol, 10.08.09

An der kurzfristig für Andreas organisierten Barfußwanderung, über die ich erst etwa 40 Stunden vorher informieren konnte, nahmen auch Josephine und Eleonore aus Berlin teil. Mit Josephine bin ich am 24.08.08 bereits barfuß um den Sacrower See barfuß gewandert. Andreas und Eleonore waren erstmals bei einer unserer Aktionen dabei.

Nach der wieder mal schwungvollen Party im Ackerkeller am selben Morgen traf ich wie vereinbart um 8 Uhr in Seeburg an der Haltestelle "Gemeindeamt" ein, um Josephine und Eleonore in Empfang zu nehmen, die mit dem Bus aus Berlin gekommen waren. Der Kiosk an der Kreuzung bot uns willkommene Gelegenheit, unser Frühstück nachzuholen und zu ergänzen. Nachdem wir es uns vor dem Laden bequem gemacht hatten, traf auch Andreas ein, der im Zelt unweit Seeburgs übernachtet hatte. Er kam am Vortag mit dem Zug und wurde von Ulrich zu einigen barfüßig Fühlenswürdigkeiten in Berlin geführt. Vor der Weiterfahrt nach Rostock per Rad wollte er die Döberitzer Heide kennenlernen.

Um halb neun Uhr gingen wir dann zu viert die Alte Dorfstraße in westliche Richtung und folgten der Neuen Dorfstraße geradeaus weiter bis zum Waldrand, wo der Bereich des ehem. Truppenübungsplatzes beginnt. Dort schlossen Andreas und ich unsere Fahrräder an. Wir gingen den Weg weiter bis zu der unlängst errichteten, zwei Meter hohen Barriere, die  ab dem nächsten Jahr das in der Döberitzer Heide eingesetzte Großwild am Ausbüchsen hindern soll.

Ich hatte die Teilnehmer vorab über die örtlichen Besonderheiten informiert, so dass es kein Problem darstelle, den Elektrozaun zu umgehen. Die Heide ist noch nicht gänzlich per Großwild-schutzzaun umschlossen, im Norden des Gebiets zwischen Dallgow und Elstal klaffen noch einige Lücken. Diese werden wir für weitere Barfußtouren in die Heide  nutzen, bevor im nächsten Jahr das liebe Vieh Einzug hält. Schon am Sonnabend, 15. August, werden wir von dort eine von mir geführte, bekleidungsoptionale Naturerlebniswanderung unternehmen (bekleidungsoptional: alles an Bekleidung geht - von ganz angezogen bis ganz ausgezogen).

Wir erlebten eine wunderbare, barfüßige Wanderung mit sensitiven Menschen, die sich darauf einließen, ihre eigene und die sie umgebende Natur zu entdecken und zu erleben. Es war bereits am Morgen angenehm warm und wir ließen unsere Haut von Sonne und Wind verwöhnen. Die Unternehmung entwickelte sich durch die empfindsame Offenheit der Frauen und Männer von einer flott zu gehenden Wanderung in ein sinnliches Naturerlebnis, bei der die Zeit in der Sommersonne stillzustehen schien. So ist es kein Wunder, dass die angesetzten drei Stunden bei weitem nicht ausreichten. Obwohl ich den Wanderverlauf abkürzte, nahmen wir uns sechs Stunden Raum und Zeit in nahezu vollkommener Stille. Nur unsere Gespräche, unsere Schritte im warmen, weichen Sand und das Rauschen der Blätter im Wind waren zu hören.