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Fußreise ins Paradies, bekleidungsoptional
Naturistische Wanderung in die Döberitzer Heide am 15. August 2009
"Hallo Johannes,
natürlich möchten wir auch noch ein paar Eindrücke zur Wanderung Dir mitteilen.
Für uns war dies ja die erste Barfußwanderung, außer eben davon abgesehen, dass wir am Strand natürlich barfuß unterwegs sind. E. (Name gekürzt) hat sich ja anfangs mit den Barfuß-laufen zurückgehalten, aber die Zeit, die sie auch wie wir barfuß unterwegs war, hat ihr doch neue Eindrücke gebracht. Ich selbst, Helmut, bin ja bislang ebenfalls noch nicht in diesem Maße barfuß unterwegs gewesen. Außer den schon genannten Strandwanderungen noch einige Zeit im Urlaub auf den Campingplatz. Eine so lange Barfußwanderung noch nicht. Als Nothilfe hatte ich ja noch die Sandalen mit, habe diese aber nicht gebraucht. Sicher ist es anfangs doch etwas ungewohnt über die verschiedenen Bodenarten barfuß zu laufen, aber es sind doch schöne neue Erfahrungen die man dabei machen kann. Probleme an den Füßen hat es bei keinem von uns beiden gegeben. Eine Wanderung von 6 Stunden macht sich aber doch etwas bemerkbar, nicht, dass wir richtig erschöpft waren, aber barfuß ist es doch anders als mit Schuhen.
Insgesamt war es aber nicht nur das Barfußlaufen, sondern auch die schöne ruhige Strecke, die Du ausgesucht hattest. Dazu gab es ja auch noch genügend Informationen. Schön war ja auch für alle Beteiligten, die längere Pause auf dem Bunker. Dort gab es ja dann auch die eine oder andere Information und gute Gespräche, wie eigentlich auf der gesamten Tour. Ein schöner Abschluss, obwohl ja erst gar nicht mit eingeplant, war auch das anschließende Bad und das Ausruhen nach der Wanderung am See.
Wir haben uns schon vorgenommen auch an weiteren Veranstaltungen teilzunehmen.
Viele Grüße E. und Helmut" ... erreichte mich per Mail am 17.08.09
Fünf Männer und zwei Frauen haben unter meiner Leitung an einer c/o-Naturerlebniswanderung im Natur-schutzgebiet "Döberitzer Heide" teilgenommen. c/o - clothing optional = bekleidungsoptional:jede/r entschied ganz individuell über die Wahl der Kleidung - alles ging, von ganz bis gar nicht). Bei den meinen c/o-Wanderungen haben die Teilnehmer im Allgemeinen nix und die Teilnehmerinnen Hüfttuch oder Bikinislip an.
"Im Juli 2004 konnte die Heinz Sielmann Stiftung 3.442 Hektar der Döberitzer Heide (Land Brandenburg) erwerben und dadurch nachhaltig für den Naturschutz sichern. Damit ist die Döberitzer Heide das dritte Mitglied in der Familie der „Sielmanns Naturlandschaften“. Das nur wenige Kilometer westlich der Berliner Stadtgrenze gelegene, weitgehend unzerschnittene, Gebiet wurde zuvor mehr als 100 Jahre intensiv militärisch genutzt. Auf diese Weise entstanden wertvolle Offenlandschaften wie Heiden, Sandflächen und Trockenrasen, die Lebensraum für viele, zum Teil sehr seltene, Tier- und Pflanzenarten bieten." (Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide)
Das Gebiet ist noch nicht gänzlich per Großwildschutzzaun umschlossen, der die Wildniskern-zone (spannend) von der für die Öffentlichkeit freigegebenen Naturerlebnis-Ringzone (langweilig) abtrennen wird. Im Norden des Gebietes klaffen zwischen Dallgow und Elstal noch einige Lücken. Wir nutzten diese für eine Barfußtour in die spätere Wildniskernzone, bevor im nächsten Jahr dort das liebe Vieh (Wisente, Pferde) Einzug hält.
Bei unserem Eintauchen in das bald verlorene Paradies ist es mir ein Anliegen, die Teilnehmer mit allen Sinnen die Natur genießen zu lassen um für eine Weile ganz frei zu sein. Das begeisternde, energiereiche Grün, der würzige Duft des Ginsters, die warme Sonne auf der Haut, der weiche Sand unter den Füßen... Ich will Angst und Scheu vor seelischer und körperlicher Freiheit in einem geschützten Bereich nehmen, die Teilnehmer auf achtsame Weise zu der Freude des elementaren Nacktseins wieder hinzuführen.
Fast alle, die Naturerlebnisse auf diese Weise erfuhren, haben die Nacktheit als Befreiung genossen, als kleinen Wiedereinstieg ins Paradies. Mein Anliegen ist es, Raum zu schaffen für die Hingabe nur an die Natur mit Achtung vor unserer Individualität und Persönlichkeit, dem Körper als unserem Schutzraum. Im Bewusstsein unserer Haut als größtem und sensiblen Organ schenken wir uns die Freiheit, ganz eigene, selbstbestimmte Reize zu empfangen. Unsere wachen Sinne richten wir in sanftem Umgang miteinander auf die Natur, unser aller Ursprung. Wir einigten uns vor Beginn der Wanderung darauf, keine Erinnerungsfotos von der Gruppe zu machen.
Auf bereits genutzten Wegen bewegten wir uns am Herz der Natur. Weil die Döberitzer Heide seit mehreren Jahrhunderten nicht zivil genutzt wird, störten uns keine Wegweiser, Häuser und Straßen. Wir stateten um 8:30 Uhr und kamen nach gemütlicher Wanderung mit einer einstündigen und mehreren kleinen Pausen genau nach sechs Stunden wieder an den Ausgangspunkt zurück.
18.08.09,
Johannes