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Bericht über die Radeltour duch den Potsdamer Forst zu den Lienewitzseen
Naturistisches Radeln am 23. August 2009

Bericht von Johannes, 24.08.09

Sieben männliche Teilnehmer und zwei Frauen im Alter zwischen zehn und sechsundfünfzig haben unter der Leitung von Uwe aus Potsdam an einer c/o-Naturerlebnisradtour zum Naturschutzgebiet "Lienewitz-Caputher Seen- und Feuchtgebietskette" teilgenommen. c/o - clothing optional = bekleidungsoptional: jede/r entschied ganz individuell über die Wahl der Kleidung - alles ging, von ganz bis gar nicht. Bei dieser c/o-Veranstaltung hatten die Teilnehmer durchgehend nix an - die Teilnehmerinnen behielten während der Tour im Fahrtwind durch den schattigen Wald ihre Kleidung weitestgehend an, am Badestopp unweit des süd-lichen Berliner Autobahnrings war dann auch die Haut der Frauen liebster Anzug.

"Das ca. 368 Hektar große Naturschutzgebiet "Lienewitz-Caputher Seen- und Feuchtgebietskette" liegt in den Gemeinden Schwielowsee und Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark und repräsentiert einen vielfältigen Biotopkomplex, der durch den mosaik-artigen Wechsel unterschiedlicher Waldgesellschaften und wassergeprägter Biotope gekenn-zeichnet ist. Es umfasst einen bewaldeten Ausschnitt einer gut ausgeprägten subglazialen Rinne mit Seen und Feuchtgebieten. Neben dem Erhalt der besonderen Eigenart dieser Niedertau-(Kames-)Hügellandschaft hat das Gebiet eine hohe Bedeutung für besonders und streng geschützte Pflanzen- (z.B. Kartäuser-Nelke, Wasserfeder, Zungen-Hahnenfuß) und Tierarten (z.B. Mittelspecht, Eisvogel, Knoblauchkröte). Diese finden in den eng miteinander verzahnten, naturnahen Pflanzengesellschaften, wie z.B. Quellflure, Röhrichte, Moore, Erlenbruch- und Erlen-Eschenwälder und Eichenmischwälder, geeignete Lebensräume. Schutzziel ist die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes mit seinen Waldgesellschaften, Seen und Feuchtgebieten als Lebens- und Rückzugsraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten." Quelle


Einsteinturm Potsdam. credit is given to Astrophysikalisches Institut Potsdam

Wir verließen den Potsdamer Hauptbahnhof gegen 11 Uhr in südlicher Richtung und radelten auf den 94 Meter hohen Telegrafenberg in Potsdam, um uns die Gebäude des Wissenschaftsparks Albert Einstein mit dem Einsteinturm von außen anzusehen. Gegenüber befindet sich der Kletterwald im AbenteuerPark Potsdam mit einer Gesamtlänge von 1,2 Kilometern und 115 verschiedenen Elementen. Das Highlight der Anlage ist die 200 Meter lange Seilrutsche, die wir beim Vorbeifahren bewundern konnten. Südlich davon schließt sich ein Friedhof an, danach dann das Waldgebiet, durch das wir bis zu den Lienenwitzseen hindurchfuhren. Hier hatte Uwe den Ausziehpunkt auf dem befestigten Radweg vorgesehen. Nach dem Ablegen und Verstauen der (überflüssigen) Kleidung ging's weiter auf weitgehend geschotterten Waldstraßen zum Badestopp vorbei am Großen zum benachbarten Kleinen Lienewitzsee.


Kleiiner Lienewitzsee bei Michendorf, Brandenburg. GNU Free Documentation License, Version 1.2.

Unterwegs bremsten während unserer Überquerung der B2 wenige Autofahrer, um besser sehen zu können, war aber unspektakulär. Am Kleinen Lienewitzsee liegt eine alte Eiche über dem Wasser, die man vom Ufer leicht besteigen kann. Dort habe ich es mir für ein Nickerchen in der Sonne bequem gemacht, während die anderen acht sich am Südufer nieder-ließen. Zurück ging's genau so nackig.

In Potsdam besuchten Edith und Helmut, Uwe, Berno und ich zum Abschluss das Potsdamer Flächendenkmal Freund-schaftsinsel im Zentrum der Stadt zwischen zwei Armen der Havel, der Alten und der Neuen Fahrt. An den beiden Ufern des Flusses befinden sich heute der Alte Markt mit der Nikolaikirche und der Hauptbahnhof Potsdam. Den einladenden Außenbereich des Inselcafés auf der Freundschaftsinsel nutzen wir für ein Abschlußessen.

Ich habe den Sonntag mit der Radtour durch würzig duftenden, schattigen Wald und  Auf der Freundschaftsinsel, "Inge" von Walter Arnold, 1949
den Fahrtwind bei 24° richtig genossen.
Nacktsport in der Öffentlichkeit fühlt sich in einer Gruppe völlig selbstverständlich an. Das Gefühl hielt auch an, als wir die zwei Autostraßen überquerten. Nach mehreren nackt verbrachten Stunden in der Natur hatte ich dann auch wieder gerne Kleidung an und fühlte mich darin gut aufgehoben.

Es hat mich bei dieser Radtour gefreut, dass öffentliche Nacktheit im Raum Berlin-Brandenburg keine negativen Reaktionen provoziert. Weder hatten wir zu Beginn der Tour, noch am Entkleidepunkt, am See oder Endpunkt der Route Probleme. Einige Wanderer und Radfahrer begeg-neten uns und man grüßte sich freundlich. Deren Mimik und Stimme zeigten Reaktionen zwischen Ignorieren, Gleich-gültigeit und Erstaunen.

Leider hat Uwe an den nächsten Wochenenden keine Zeit mehr, um uns die wasserreiche, südliche Umgebung Potsdams zu zeigen. Hier böten sich diverse idyllische Ausflugsrouten längs der Havel in Richtung der Stadt Werder/Havel und Caputh an und weiter längs der Havelauen in Richtung der Stadt Brandenburg / Havel.
        Wassergarten auf der Freundschaftsinsel (© Till Repp)


Luftbildaufnahme von Werder (Havel), einem unserer nächsten Nacktradelziele. Im Vordergrund, von links nach rechts fließend, die Havel. Im Hintergrund der Glindower- und der Große Plessower See. Aufnahme vom 16. Juli 2006. Foto: Stephan Grund. Diese Datei ist gemeinfrei ("public domain").