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Eintauchen in den Grunewald: Wald und Seen erleben
Nackt auf dem Europäischen Fernwanderweg E11
Donnerstag, 27. August 2009, 14 Uhr, bekleidungsoptionale Wanderung
Bericht von Johannes, 28.08.09
"Zu einstigen Mauerzeiten wurde der Grunewald, das größte Waldgebiet im Westen der Stadt, von Spaziergängern und Radfahrern förmlich überlaufen. Heute vergißt man manchmal, dass man sich inmitten einer Millionenstadt befindet. Zu beiden Seiten wird der Grunewald von Wasser gerahmt: im Westen von der Havel, im Osten von der Seenkette." berlin.de
Edith, Hans-Joachim und ich waren am 28. August auf einer c/o-Naturerlebniswan-derung im Landschafts-schutzgebiet Grunewald unterwegs. Auch diese Unternehmung war c/o-clothing optional = beklei-dungsoptional: jede/r ent-scheidet ganz individuell über die Wahl der Kleidung - alles geht, von ganz bis gar nicht. Bei meinen c/o-Wanderungen tragen die Männer in der Regel nix, die Frauen Hüfttuch, Slip oder Bikini. Foto: luftschiffreise.de. clic on pic für große Ansicht. Standpunkt des Fotos ca. Heerstraße, Blick gen Süden. Links im Bild die AVUS, rechts daneben Gärtnereien und Waldschule, südlich (auf dem Bild darüber) schließt sich das Gelände des FKK-Vereins Helios Berlin und der Sportplatz Grunewald an. In der oberen Bildmitte die Kiesgrube und rechts davon der Teufelssee.
Wir trafen uns um 14 Uhr am östlichen Rande der Gärtnereien auf dem Parkplatz "Pappelplatz", der verkehrsgünstig in der Nähe des Auerbachtunnels und des S-Bahnhofes Grunewald liegt (Stadtplanlink zu Berlin.de). Die Männer zogen sich an Ort und Stelle aus, Edith schlüpfte in ihren anmutigen, schwarzen Bikini. Zu zwei Dritteln nackt begannen wir dann bei hochsommer-lichen Temperaturen unsere zweistündige Runde zum Teuffelssee und gingen zunächst in südliche Richtung zum Dahlemer Feld.
Und wir waren entgegen unserer Erwartung nicht alleine. In der näheren Umgebung des Park-platzes trafen wir bereits einige mutige Männer, die eine naturistische Runde drehten. Auf dem Weg zum Dahlemer Feld im Jagen 90, ein begeisterndes Heidegebiet und Trockenrasenbiotop mitten im Grunewald, orientierten wir uns an den regionaltypischen Jagen-Steinen. Das große Feld war zur Kaffeezeit ebenfalls von einigen, männlichen Sonnenanbetern bevölkert. Dieser sehr trockene Bereich erschien uns aufgrund seines Wassermangels als dafür wenig attraktiv. Bei der Wahl der Kultstätte spielten womöglich weitere Kriterien hinein, die sich jedoch unserer Kenntnis entzogen. Wir pausierten in der Sonne neben einem der Messfelder der TU-Berlin und ließen Jogger und Radfahrer passieren.

NSG Barssee und Pechsee, Wiese. Foto: Florian Möllers, berlin.de
Nach der Durchquerung des nahegelegenen Naturschutzgebiets Barssee/Pechsee in sumpfigem Gelände, der sog. "Saubucht", streiften wir den Europäischen Fernwanderweg E11 (Den Haag/Niederlande - Olsztyn/Polen) auf dem dem Weg zum zentral gelegenen Forsthaus Saubucht mit der bei Spaziergängern und Joggern beliebten Erfrischungsstelle (mehr zum E11). Hier versorgte sich ein Wanderer mit Wasser - nach ein paar freundlichen Worten taten wir es ihm gleich und setzen unseren Weg fort auf gut ausgebauten Wanderwegen zum Teufelssee. Wir erreichten ihn über den lauschigen Sandweg auf seiner Südwestseite, wo zwei Frauen mit ihren Kindern mehr aus- als angezogen auf einem kurzen Spaziergang unterwegs waren.
Am Teufelssee legten wir den einstündigen Badestopp auf der gutbesuchten FKK-Wiese ein. Hier fühlten wir uns in der gemischten Gesellschaft von Jungen und Alten, Frauen und Männern, Eltern und Kindern, Singels und Paaren, Bayern und Berlinern sehr gut aufgehoben, die nackt waren oder einen bunten Mix der gängigen Badebekleidung trugen. Das Wasser war erfrischend und angesichts der Anzahl an Badenden erstaunlich klar. Auch am Teufelssee konnte das Phänomen beobachtet werden, dass manche Frau, die zum Sonnenbaden nur einen Bikinislip trägt, diesen zum Schwimmen aus- und nach der Rückkehr am Handtuch wieder anzieht
. Anmerkungen, die geeignet sind, Licht ins Dunkel dieses Kuriosums zu bringen, erbitte ich an die Adresse Johannes@nacktsport.org.

Antje und Johannes im der Kiesgrube im Jagen 86 am 26.04.07
Gegen achtzehn Uhr machten wir uns auf den Weg zur nahegelegenen Kiesgrube, dem „Naturschutzgebiet Sandgrube im Jagen 86 des Grunewaldes“. "Die Kiesgrube entstand durch die 17-jährige Gewinnung von Bausand. Bis 1983 wurden insgesamt 3,5 Mio. m³ Feinsand abgebaut. Diese heute 18 ha große Grube ist an seiner tiefsten Stelle 25 Meter tief. Dort entstand durch den Zulauf von Grundwasser ein kleiner See mit angrenzendem Sumpfgebiet. 13 ha dieser Fläche sind heute Naturschutzgebiet. Mehr Informationen über die dort lebenden seltenen Tierarten gibt es auf einer Informationstafel direkt am Zugang in die Grube." (Quelle) In der größten Buddelkiste des ehemaligen West-Berlin hielten sich um diese Zeit nur noch eine Familie und ein junges Paar auf, das in Badesachen fröhlich in dem Tümpel des Areals plantschte. Dessen Arglosigkeit verwunderte uns ein wenig angesichts des modderigen Gewässers. Schon aus 100 Meter Entfernung wurden wir als die herannahenden FKK-ler "geoutet". Der entspannten Unterhaltung mit den beiden folgte eine weitere mit einer italienischen Touristin, die sich interessiert die Frösche im Brackwasser ansah. mehr...
In Zusammenarbeit mit dem Ökowerk Berlin veranstaltete die Barfuß-Initiative Berlin-Brandenburg die Barfuß-Erlebnisaktion "Natur erleben mit den Füßen" auf dem Gelände des Ökowerks am 16.09.07 von 12:00 bis 18:00 Uhr. Los ging's mit einer "Fußerlebnisreise für kleine und große Barfüße" durch den Grunewald. Treffpunkt war der S-Bahnhof Grunewald um 10:00 Uhr. Die Tour führte uns zunächst zum Dahlemer Feld im Jagen 90. Von dort kamen wir auf herrlich barfußangenehmen Sandwegen zu der 18 ha großen, offenen Sandgrube, dem „Naturschutz-gebiet Sandgrube im Jagen 86 des Grunewaldes“.
Auf schmalen Pfaden umrundeten wir Helios-Gelände und Sportplatz von Westen und stapften über die herrlich weichen, von den Pferden dankbarerweise aufgelockerten Sandwege zurück zum Pappelplatz, wo sich Hans-Joachim und ich wieder anzogen und Edith ihr schwarzes Nichts gegen Straßenkleidung tauschte. Eine herrlich unkleidsame und daher wohltuend befreiende Naturerlebniswanderung im stillen und würzig duftenden Sommerwald ging ohne Beeinträchti-gungen zu Ende.