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Es fällt dir schwer, ohne Schuhe unterwegs zu sein. Da gibt es Vorurteile:
- Vorurteil 1: Barfußlaufen ist gefährlich und unhygienisch
Barfuß kann man sogar, oder besonders in Berlin laufen. "Barfußlaufen, ja gerne, aber doch nicht auf der Straße! Auf Schritt und Tritt Glasscherben und Hundekot!" Das gibt's auch in Berlin an wenigen Stellen und wenige Stunden im Monat, genau wie in allen deutschen Städten. Dass dies ganz Berlin und zu jeder Zeit betrifft ist ein liebgewordenes Vorurteil. Berlin ist sehr sauber - viel sauberer als Sie denken.
Die BSR reinigt die Fahrbahnen, Gehwege und öffentlichen Plätze Berlins rund um die Uhr. Das entspricht einer Leistung von 4.000 Kilometern täglich oder der Strecke Berlin-Madrid und zurück!Die Gefahren, die von Glasscherben für den Barfußläufer ausgehen werden weit überschätzt. Glasscherben sind durchaus sichtbar, liegen meist waagerecht und richten kaum Schäden an. Hundekot wirst du genau so, als wenn du Schuhe verwendest, umkurven. Barfußlaufen in Berlin und Brandendburg mag sich exotisch anhören, ist aber auf keinen Fall gesundheitsgefährlich - im Gegenteil: Barfußlaufen macht Spaß und ist gesund, noch dazu in Berlin, der größten, lebendigsten und faszinierendsten Stadt Deutschlands und auf den Sand-, Wald- und Wiesenböden der brandenburgischen Weiten.
- Vorurteil 2: Barfußlaufen macht fiese, dicke Hornhaut
Auf Druck beim Barfußlaufen reagiert der Fuß mit einer Verdickung der Fußsohlenhaut. Durch diesen natürlichen Prozess erhält er eine Laufsohle, die den ursprünglichen Belastungen standhalten kann. Auch auf die unnatürliche Dreipunktbelastung der Füße (Ferse, Kleinzehenballen, Großzehenballen) auf harten Böden und einseitige Belastungen bei Fußfehlstellungen (die bereits 60% der Achtzehjährigen haben) reagiert die Hornhaut als Schutzmaßnahme mit Verdickungen. Durch das steile Aufsetzen der Ferse beim Tragen von Schuhen bildet sich ein verdickter Hornhautrand an der Ferse. Das sieht nicht nur ungepflegt aus, sondern ist ein Gesundheitsrisiko: Trockene Hornhautverdickungen können als sogenannte Rhagade einreißen und wochenlang Beschwerden verursachen.Fußpflege als Gesundheitsfürsorge und zur Beseitung der Zivilisationsfolgen gehört zu einem modernen und bewussten Leben einfach dazu und ist nicht zu verwechseln mit einer Beseitigung nahezu aller Hornhaut der Fußsohle mit dem Ziel, diese möglichst weich zu machen. Das Barfußlaufen ist die ureigene Aufgabe der Füße - sie wurden durch die Evolution für das schuhfreie Stehen, Gehen und Laufen gebildet. Dafür brauchen sie eine funktionsfähige Sohle, die nicht vorhanden ist, wenn die Füße übergepflegt sind und ständig in Schuhen stecken. Eine belastbare, outdoorfähige Fußsohle bedeutet keinen Schönheitsverlust, sondern einen Gewinn an Gesundheit und Lebensqualität. Hornhaut ist natürlicher Bestandteil der Fußsohle und nicht zu verwechseln mit ungepflegten Füßen, die trockene, verdickte Hornhautstellen z.B. an der Ferse haben. Ungepflegte Füße mit fieser, dicker Hornhaut sind eine Domäne von Schuhträgern, die ihre Füße in Socken und Schuhen verbergen und keine oder eine negative Beziehung zu ihren grundlegenden "Trageelementen" haben. Vorurteil 3: Nackte Füße stinken
Vorab eine Bitte: stell dir vor, deine Hände wären einen Tag lang von Handschuhen aus dickem Leder oder Kunststoff umgeben, und am Handgelenk mit Schnürbändern verschlossen. Welchen Geruch würden deine Handinnenflächen und Fingerzwischenräume nach acht oder zehn Stunden ohne Luftaustausch annehmen?
Du hast es sicher schon einmal erlebt: nach dem Ausziehen der Schuhe wandert ein Geruch nach abgestandenem Schweiß in die Nase. Verantwortlich dafür ist Milchsäure, die von Bakterien beim Zerset-zen der Feuchtigkeit im Schuh erzeugt wird. Die Fußsohlen (und Handinnen-flächen) sind mit besonders vielen Schweißdrüsen besetzt. Diese dienen nicht der Temperatur-Regulation sondern der besseren Haftung der nackten Füße auf einer Unterlage.
Sind Füße über Stunden in Schuhen verpackt, kann die natürliche Feuchtigkeit nicht ausreichend verdunsten. Im Schuh bildet sich ein warm-feuchtes Bakterienbiotop, welches so lange überlebt, bis der Schuh innen völlig getrocknet ist. Werden Schuhe nicht täglich gewechselt und können mind. 24 Stunden ruhen, wird der bakterielle Ausscheidungsprozess nicht unterbrochen und es bilden sich laufend neue Zersetzungsprodukte, die mit der Zeit einen stechenden Geruch annehmen können. Foto: © Merz Consumer Care Austria
Füße, die stark schwitzen (sogenannte Schweißfüße) sind an sich kein Zeichen von mangelnder Hygiene. Im Umgang mit ihnen sind die normalen Hygienestandards jedoch genau einzuhalten:
- atmungsaktive Schuhe im Wechsel tragen
- taglich frische Baumwollsocken anziehen
- zwischendurch so oft wie möglich barfuß laufen (Quelle)- Vorurteil 4: Barfußlaufen macht einen breiten Fuß
Breite Füße entstehen durch Absenken der Fußgewölbe, die im Zusammenspiel mit den Bändern und Sehnen durch ein gut trainiertes Muskelkorsett gehalten werden. In Schuhen werden die Füße zu wenig gefordert, die Muskeln erschlaffen, es stellen sich Fußschäden ein, die bereits 67% der über vierzigjähigen Frauen ihr eigen nennen dürfen. Zur Besserung von Fußschäden, wie Knick-, Senk- und Spreizfüßen empfehlen alle Orthopäden das Barfußlaufen, dadurch werden Muskeln, Sehnen und Bänder der Füße gestärkt. Barfußlaufen ist in jedem Fall in der Lage, abgesenkte Fußgewöl-be aufzurichten. Trainierte Füße sind gesünder, stärker und leistungsfähiger.
. - Vorurteil 5: Barfußlaufen ist unzivilisiert
Durch die Anpassung der Füße an den aufrechten Gang des Barfußläufers entwickelte sich das Gehirn zu seinen heutigen Fähigkeiten, nackte Füße sind also Voraussetzung und Bestandteil des "modernen, zivilisierten" Menschen. Siehe Hobbythek-Tipp 334 des WDR-Fernsehens von und mit Sabine Fricke, Jean Pütz, Christina Aseng, Anna Dayton und Horst Minge: Zeigt her Eure Füße
Der menschliche Fuß hat die heutige Beschaffenheit und Form, weil er von der Evolution an das Barfußlaufen angepasst wurde. Barfußlaufen ist die grundsätzliche Bestimmung der Füße, ebenso wie das Steuern, Regulieren und Denken der Zweck des Gehirns und das Heben und Tragen die Aufgabe der Arme ist. Würdest du das Denken als unzivilisiert bezeichnen und einstellen, weil es Taschenrechner und Computer gibt? Deine Arme nicht mehr belasten, nur weil dies auch schon vor knapp vier Millionen Jahren geschah, als die Ausbildung der Füße bereits abgeschlossen war?
. - Vorurteil 6: Vom Barfußlaufen bekommt man Fußpilz
Nicht duch Barfußlaufen bekommt man Fußpilz, nahezu ein Drittel der Deutschen hat ihn bereits. Im Jahre 2000 betrug die Infektionsrate 22%, Fußpilz ist also stark im Kommen.
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Zahlreiche unqualifizierte Äußerungen beherrschen seit Jahr und Tag die Fußpilzdisskussion und sind von Unwissenheit, sowie publizistischem und finanziellem Interesse geprägt. Deutliches Zeichen dafür sind aktuell verbreitete Publikationen, hier sogar von einer Krankenkasse. Die unzutreffenden Textstellen sind rot hervorgehoben:
"Sommerzeit - Schwimmbadzeit. Denken Sie daran: In Schwimmbädern überträgt sich Fußpilz aufgrund der Feuchtigkeit am schnellsten. Deshalb sollten auch Kinder und im Besonderen kleine Kinder, deren Immunsystem noch nicht so gestärkt ist wie bei Erwachsenen, immer Badeschuhe tragen. Nach dem Baden gilt: vor allem in den Zehenzwischenräumen gut abtrocknen!"
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Ganz gleich, ob du im Schwimmbad Badeschuhe an den Händen oder an den Füßen trägst: es hat keine Auswirkungen auf die Infektionsgefahr. Kontakt mit abgeschilferten Hautschuppen, an denen Fußpilzsporen haften, hast du auch ohne Badeschuhe im Wasser von Schwimmbad und Dusche. Fußpilz "überträgt" sich nicht. Pilz-sporen können sich nur einnisten, wenn Haut und Nägel feucht sind. Dafür brauchen sie 12 – 24 Stunden. Bei trockener, gesunder Haut hat der Pilz keine Chance. Fußpilz "bekommen" Sie also nach dem Schwimmbadbesuch. In Ihren Schuhen. So oft es geht Licht und Luft für die Füße
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Pilze vermehren sich in feucht-warmer Umgebung. Du infizierst dich jedoch nur dann mit Fußpilz, wenn die Sporen von der Hautoberfläche in tiefer liegende Hautschich-ten wandern können. Dies ist vor allem bei aufgeweichter Haut im feuchtwarmen Milieu geschlossener Schuhe der Fall. Und: "Ob der Kontakt mit einem pathogenen Mikroorganismus zu einer Erkrankung führt oder nicht, hängt außer von der Massivität und Virulenz der Infektion von den Schutzkräften des Organismus ab." (Wikipedia)
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Faktoren für eine Fußpilzerkrankung:
- schwaches Immunsystem (Stress, Fehlernährung, Erkrankung, fortgeschrittenes Alter)
- Diabetes, Durchblutungsstörungen in Füßen und Beinen (chronisch kalte Füße)
- aufgeweichte Haut und Vermehrung der Sporen in geschlossenen Schuhen
- gesteigerte Absonderung von Schweiß in Sportschuhen
- fehlende regelmäßige Reinigung im Zehengrund und im Zwischenbereich
- zerstörter Säureschutzmantel durch übertriebenes Waschen mit seifehaltigen Mitteln
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Fußpilz ist kein Zufall. Jeder Mensch hat ein individuelles Fußpilzrisiko. Manche Aussagen der Pharmaindustrie sind pauschalierte, geschäftstüchtige Panikmache und schlichtweg unzutreffend: "Fußpilz kann ... jeden treffen..." (Bayer Health Care), "Eine besonders hohe Ansteckungsgefahr herrscht überall dort, wo viele Menschen barfuß laufen, zum Beispiel in Schwimmhallen, Gemeinschaftsduschen, Saunaanlagen, auf Teppichböden in Hotelzimmern und auch zu Hause, sobald ein Haushaltsmitglied unter Fußpilz leidet." (Bayer Health Care)
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Aus eigener Erfahrung und der zahlreicher Menschen, die barfuß laufen lässt sich mit Sicherheit feststellen: Menschen, die viel barfuß laufen, auch in Schwimmbädern, haben weder Fuß- noch Nagelpilz. Wenn du wissen möchtest, wo du barfuß laufen kannst, schließe dich einer unserer Aktionen an oder besuche einen der zahlreichen Barfußpfade.
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Faktoren für Fußpilzfreiheit:
- Tägliche Fußwäsche und frische Strümpfe sind die Basis für Fußpilzfreiheit
- Sorge für Nagelpflege und eine geschmeidige, nicht feuchte Fußhaut
- Fußgymnastik und barfuß laufen hält die Füße in Form - die Fußmuskulatur bleibt gut
durchblutet und leistungsfähig
- Licht, Luft und Sonne: Gönne deinen Füßen viel Zeit außerhalb von Schuhen
- Lass deine Schuhe nach dem Tragen gut trocknen. Fußpilz liebt die Feuchtigkeit!
.Entdecke und erlebe deine Natur!™