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30.07.08: Berliner Nichtrauchergesetzt vom Bundesverfassungsgericht gekippt
Erfolg für die Raucher: Das Bundesverfassungsgericht erklärte am Mittwoch die Rauchverbote in Baden-Württemberg und Berlin für verfassungswidrig. Das Verfassungsgericht gab den Beschwerden zweier Wirte aus Berlin und Tübingen sowie eines Diskothekenbetreibers aus Heilbronn statt. (spiegel online)
Die Berliner Gastronomin Sylvia Thimm: Ihre Klage war erfolgreich. (Foto © AP). Der 45-Jährigen gehört die Musikkneipe „Doors“ an der Knaackstraße in Prenzlauer Berg, die sie als typisch Berliner Eckkneipe beschreibt: „Meine Gäste wollen keine Cocktails oder linksdrehenden, aufgeschäumten Yogi-Tees. Die wollen Bier, Wodka oder Whisky – und dazu eine Zigarette.“ 70 Prozent ihrer Gäste sind Raucher, auf den 36 Quadratmetern aber ist kein Platz für den gesetzlich vorgeschriebenen, abgetrennten Blauen-Dunst-Bereich. Durch das Rauchverbot fürchtet die Wirtin deshalb den Verlust ihrer Stammkundschaft, sie fühlt sich gegenüber größeren Betrieben benachteiligt und sieht sich als „freie Unternehmerin“ vom Staat gegängelt.
Die Richter haben die Beschwerde Thimms zusammen mit zwei weiteren Fällen aus Baden-Württemberg ausgewählt, um eine Grundsatzentscheidung zu fällen. Gerichtspräsident Hans-Jürgen Papier sagte im Juni, noch im Juli werde der Senat ein Urteil verkünden, das für alle Bundesländer richtungsweisend ist und für Rechtsfrieden sorgen soll. Da die meisten anderen Bundesländer ähnliche Vorschriften haben, hat das Urteil Signalcharakter.

Die Beschwerdeführer: Patrick Geis (Heilbronn), der Tübinger Ulrich Neu und Sylvia Thimm aus Berlin (Foto © DPA )
Noch bevor das höchste deutsche Gericht seine abschließende Entscheidung verkünden konnte wurde Sylvia Thimm in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" mit den Worten zitiert:
Ich mache so weiter wie bisher...
Vor dem Mittwochstermin in Karlsruhe hat die Berliner "Morgenpost" den Initiator des Rauchverbots und SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Binding und die Klägerin Sylvia Thimm in ihrer Kneipe "Doors" in Prenzlauer Berg zum Streitgespräch gebeten.
Hintergründe...
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17.07.08: Unten ohne in New York - Broadway wird zum Barfußpfad
Die Einwohner der Achtmillionenstadt New York City haben ja bekanntlich einen besonders hektischen Lebenswandel, der sie zu einem beschleunigten innerstädtischen Schritttempo zwingt. Auf der anderen Seite zog es sie seit jeher nach Paris, der Stadt des entschleunigten französischen Savoir-vivre, in der es sich auf den breiten Boulevards entspannt flanieren ließ.

Der Broadway in Manhattan
Die Bemühungen des New Yorker Bürgermeisters Bloomberg, den Autoverkehr mittels einer Straßenmaut aus Manhattan zu drängen, trafen auf wenig Gegenliebe bei der Regierung des Bundesstaates New York. Nun werden die Autofahrer von Fußgängern behindert, was dem Broadway auf etwas mehr als einem halben der insgesamt fünfundzwanzig Kilometer Länge zwischen dem mittlerweile Disney-sanften Times Square und dem Shoppingparadies Herald Square Pariser Verhältnisse beschert: Der Broadway wird zum Broadway Boulevard.
Mit Jan Gehl, renommierter Stadtplaner aus Kopenhagen, und Siebenhunderttausend Dollar aus dem Stadtsäckel verwirklicht New York französisches Flair mit einer Verbreiterung des Fußgängerbereichs, und überlässt zwei der vier Fahrstreifen dem nichtmotorisierten Verkehr. Eine mit feinkörnigem Spezialkies bedeckte Flanierzone wird schon im August als Ausdehnungsbereich der Straßencafés dienen. Die Stadt lässt auch sich nicht lumpen und steuert Blumenkübel, Sonnenschirme und Bänke zur Aufwertung bei.
Auch die benachbarte Park Avenue wird sich an drei Wochenenden im August in ein autofreies Fußgängerrevier verwandeln. Mit dem Spezialkies, der zum Barfußlaufen auf dem zukünftigen Broadway Boulevard einlädt, werden in der Finanzmetropole New York City nun häufiger nackte Füße zu sehen sein. Ob sich dann das "No shoes - no service" weiter aufrecherhalten lässt?
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15.07.08: ASB räumt Minen in Kroatien - Fußverkehr wird sicherer
800.000 € von Deutschland für Beseitigung von Minen im Urlaubsland
650.000 Quadratmeter Land wird der Arbeiter- Samariter-Bund (ASB) ab Donnerstag in Kroatien entminen. Das Auswärtige Amt unterstützt das Projekt mit 800.000 Euro. Geräumt wird in den Gespanschaften Osijek-Baranja, Vukovar-Srijem, Požega-Slawonien, Sisak-Moslavina und Šibenik-Knin im Grenzgebiet der östlichen und südlichen Landesteile zu Bosnien und Herzegowina und Serbien.
„Wir werden uns auf landwirtschaftliche Nutzflächen in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten konzentrieren“, erklärt ASB-Projektkoordinator Martin Kunstmann. „So tragen wir dazu bei, dass die Flächen zukünftig wieder für die Landwirtschaft genutzt werden können. Vor allem aber schützen wir Menschen vor den Minen, denn gerade spielende Kinder sind gefährdet, auf die verborgenen Sprengsätze zu treten.“ Auch 13 Jahre nach Kriegsende stellt das Minenproblem in Kroatien eine gewaltige Herausforderung dar. Nach Angaben der kroatischen Entminungsbehörde gelten immer noch 900 Quadratkilometer Fläche als vermint. mehr...
10.07.08: Mit den Füßen sehen
Märkische Allgemeine: Kita „Struppi“ eröffnet einen sinnlichen Erlebnispfad
JÜTERBOG - Wer Schuhe anhat, kann nichts sehen. Das galt zumindest gestern auf dem Erlebnispfad, den die Jüterboger Integrationskita „Struppi“ bei ihrem Sommerfest eröffnete. Barfuß liefen die Kinder über die Fächer im Boden, die mit Zapfen, Korken, Kieseln oder Sand gefüllt waren.
Väter hatten die Begrenzungssteine und Materialien gesponsert und den Pfad selbst angelegt. Der sechs Jahre alte Joe Winter durfte feierlich das rote Band durchschneiden.
„Die Kinder sollen darauf mit den Füßen sehen“, erklärte Kitaleiterin Undine Henze. Denn das Fest sowie die ganze Kinderbetreuung der vergangenen Wochen standen unter dem Motto „Mit allen Sinnen“. mehr...
07.07.08: Siedlungen der Berliner Moderne sind UNESCO-Welterbe

Das Welterbekomitee der UNESCO hat am 7. Juli 2008 sechs Siedlungen der Berliner Moderne in die Liste des Welterbes aufgenommen: die Gartenstadt Falkenberg, die Siedlung Schillerpark, die Großsiedlung Britz, die Wohnstadt Carl Legien, die Weiße Stadt und die Großsiedlung Siemensstadt, auch "Ringsiedlung". Sie wurde 1929 bis 1934 für Siemens-Angestellte gebaut. Das Bild oben zeigt den von Hans Scharoun 1957 geschaffenen
Ostabschluss des "Langen Jammers", der Anlage, die so genannt wurde, weil sie so lang ist - nicht, wie man heute meinen könnte, weil Siemens-Angestellte darin wohnen. Die sechs denkmalgeschützten Siedlungen repräsentieren einen neuen Typus des sozialen Wohnungsbaus aus der Zeit der klassischen Moderne und übten in der Folgezeit beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung von Architektur und Städtebau aus.
Es war erklärtes Staatsziel der Weimarer Republik: Jedem eine gesunde Wohnung, Kinderreiche hatten Vorrang (Artikel 155 der Reichsverfassung). Es war die Zeit, da Berlin zur Metropole aufstieg einige hunderttausende Wohnungen fehlten und die Mehrheit der Berliner in muffigen Mietskasernen lebte, die Hälfte davon im Hinterhof. Fünf der jetzt in die Welterbeliste aufgenommenen Berliner Wohnsiedlungen entstanden in diesem Geist, eine bereits 1913: die von Bruno Taut und Heinrich Tessenow gebaute, expressionistisch farbige Gartenstadt Falkenberg (rechts).
Die Siedlungen liegen zum Teil heute in hochproblematischen* Bezirken, etwa die Hufeisensiedlung (Siedlung Britz, Bild links) in Neukölln (1925 bis 1931) oder die Siedlung Schillerpark (1924 bis 1939) im Wedding, und sind doch Inseln bürgerlicher Geborgenheit geblieben. Auch die Wohnstadt Carl Legien (Bild unten) zählt zur klassischen Moderne und im Prenzlauer Berg zu den begehrtesten unter jungen Familien, weil die Mieten hier bezahlbar geblieben sind. (Text: Unesco, F.A.Z.) Literatur

Wohnstadt Carl Legien, Berlin, 1928-1930 Wohnstadt Carl Legien, Kopf eines
Luftbild von 1931-1932. Foto: Bauhaus-Archiv Wohnblocks mit erhaltenen Fenstern
2005
*Die F.A.Z. beschreibt Berlin-Neukölln pauschal als "hochproblematischen" Bezirk. Hochproblematisch ist hier ausschließlich der Informationsmangel des Autors. Wer besser informiert ist oder gar Berlin kennt, kennt das Gegenteil.
08.07.08: Russland droht den USA mit militärischer Reaktion
Moskau - Russland hat mit einer militärischen Reaktion auf den Aufbau des US-Raketenschilds in Osteuropa gedroht. "Wenn die tatsächliche Stationierung des amerikanischen strategischen Raketenabwehrschilds in der Nähe unserer Grenzen beginnt, dann sind wir gezwungen, nicht mit diplomatischen Mitteln zu reagieren, sondern mit militärisch-technischen Mitteln", erklärte das Außenministerium in Moskau am Dienstag. Die USA und Tschechien hatten wenige Stunden zuvor... weiter...